

Confluence ist die sicherere Wahl, wenn Ihre Organisation in Jira lebt und auf Confluences ausgereifte Bereichsberechtigungen und Marketplace-Apps angewiesen ist. AFFiNE ist die stärkere Wahl, wenn Sie eine Open-Source-Wissensdatenbank auf eigener Infrastruktur betreiben wollen — mit Dokumenten und Whiteboards in einem Workspace, KI über Ihren eigenen Anbieter und einem Preismodell, das nicht jeden Mitlesenden abrechnet.
| Entscheidungskriterium | ![]() | ![]() |
|---|---|---|
| Grundmodell | Dokumente, Whiteboards und Datenbanken in einem Open-Source-Workspace | Seiten-und-Bereiche-Wiki innerhalb der Atlassian-Suite |
| Passt am besten zu | Teams, die Eigentum an ihrer Wissensdatenbank wollen und Text- wie Visuelles an einem Ort brauchen | Organisationen mit Jira-Standard, die ein ausgereiftes, tief integriertes Wiki benötigen |
| Open Source | Editor und Großteil der Codebasis MIT-lizenziert; Backend quelloffen einsehbar (EE-Lizenz) | Proprietär |
| Self-Hosting | Erstklassig: offizieller Docker-Compose-Weg, kostenlos bis 10 Plätze pro Workspace | Server-Edition seit Feb. 2024 ohne Support; verbleibende Option ist Data Center mit Preisen für Großinstallationen |
| Datenhoheit | Ihr Dateisystem, S3-kompatibler Speicher oder Cloudflare R2, plus eine von Ihnen betriebene PostgreSQL | Atlassian-Cloud-Regionen oder eigene Infrastruktur mit Data Center |
| Whiteboards & visuelle Dokumente | Eingebaut — jedes Dokument wechselt auf eine unendliche Leinwand | Whiteboards in Cloud-Tarifen verfügbar, getrennt von Seiten |
| KI | AFFiNE AI in der Cloud, oder eigene Anbieter-Keys und Modelle beim Self-Hosting | Atlassian Intelligence / Rovo, gebunden an Atlassian-Cloud-Tarife |
| Ökosystem | Offenes Repository, Importer, wachsende Vorlagen und Integrationen | Jira-Integration und großer Atlassian Marketplace mit kostenpflichtigen Apps |
| Preisstruktur | Lokal und selbst gehostet kostenlos (bis 10 Plätze); Team für 10 $ pro Platz/Monat bei jährlicher Zahlung | Kostenloser Cloud-Tarif bis 10 Nutzer; Standard/Premium pro Nutzer, Add-ons separat |
| Migrationspfad | Markdown- und HTML-Exporte importieren, in einem Pilot-Workspace validieren | Bereichs-Exporte als HTML/XML; Inhalte brauchen beim Auszug meist Konvertierung |


Der tiefste Unterschied zwischen AFFiNE und Confluence ist kein Feature — sondern die Frage, wer Software und Daten letztlich kontrolliert.
AFFiNE ist Open Source: Editor und Großteil der Codebasis sind MIT-lizenziert und auditierbar, der gesamte Stack lässt sich mit dem offiziellen Docker-Compose-Setup selbst hosten. Workspace-Dokumente und hochgeladene Dateien liegen auf dem Speicher Ihrer Wahl — standardmäßig im Server-Dateisystem, alternativ im eigenen S3-kompatiblen Bucket oder bei Cloudflare R2 — neben einer PostgreSQL, die Sie selbst betreiben. Self-Hosting ist bis 10 Plätze pro Workspace kostenlos, und abgeschottete Netzwerke sind ein unterstützter Fall: Eine Installable License aktiviert Team-Plätze, ohne je AFFiNEs Lizenzserver zu kontaktieren.
Confluence ging den umgekehrten Weg. Seit dem Support-Ende von Confluence Server im Februar 2024 dreht sich Atlassians Strategie um Confluence Cloud; als selbst verwaltete Option bleibt nur Data Center für große Organisationen. Wenn Ihr Team sein Wiki gern selbst betrieben hat, aber nicht in Data-Center-Dimensionen arbeitet, sind Sie genau das Team, das der Markt zurückgelassen hat — und genau das Publikum einer quelloffenen, selbst gehosteten Wissensdatenbank.


Confluence organisiert Wissen als Seiten in Bereichen.
Für strukturierte Dokumentation ist das ein bewährtes Modell: Seitenbäume, Vorlagen, Labels und ein Jahrzehnt an Enterprise-Wiki-Konventionen. Ist Ihr Wissen überwiegend textlich und hierarchisch, passt Confluences Modell sauber darauf.
AFFiNE behandelt Dokument und Whiteboard als zwei Ansichten desselben Blockdokuments. Meeting-Notizen werden ohne Werkzeugwechsel zum Architekturdiagramm auf einer unendlichen Leinwand; ein Brainstorming lässt sich zu strukturierten Dokumenten mit Backlinks und Datenbankansichten umbauen. Für visuell denkende Teams — Design-Reviews, Produkt-Discovery, Research-Synthese — fällt die Wand zwischen „Wiki“ und „Diagrammwerkzeug“ weg, die in der Atlassian-Welt oft Confluence plus separat lizenzierte Whiteboard- oder Diagramm-App bedeutet.
Bei Berechtigungen gehört Ehrlichkeit dazu: Confluences Berechtigungsschemata pro Bereich sind granularer und im Großkonzern erprobter. AFFiNE deckt Workspace-Rollen (Owner, Admin, Collaborator) und Zugriffsstufen pro Dokument ab — für die meisten Teams ausreichend. Wer aber komplexe Berechtigungsmatrizen je Abteilung braucht, ist bei Confluence derzeit besser aufgehoben.


Atlassians KI (Atlassian Intelligence und Rovo) ist durchaus nützlich — verfügbar in Atlassians Cloud, mit Atlassians Modellen, zu Atlassians Preisen.
AFFiNE liefert AFFiNE AI im Cloud-Produkt und lässt Sie beim Self-Hosting den eigenen Anbieter mitbringen: API-Keys, Base-URLs und Modell-IDs in der Admin-Konsole setzen und den Workspace auf den Endpunkt Ihres Vertrauens richten — oder KI per Konfigurationsschalter komplett deaktivieren. Für Organisationen, deren Sicherheitsprüfung mit der Frage „welche Dritten sehen unsere Daten?“ beginnt, ist eine KI-Schicht, die innerhalb des eigenen Deployments gegen den selbst gewählten Anbieter läuft, eine substanziell andere Antwort als gebündelte Cloud-KI.


Confluences kostenloser Cloud-Tarif deckt bis zu 10 Nutzer ab; darüber hinaus zahlen Sie Standard- oder Premium-Abos pro Nutzer, und Fähigkeiten wie erweiterte Berechtigungen, Analysen und KI konzentrieren sich in den höheren Stufen. Marketplace-Apps — oft nötig für Diagramme, Exporte oder Workflows — addieren eigene Gebühren pro Nutzer. Das Wiki selbst ist selten die ganze Rechnung.
AFFiNEs Struktur ist einfacher: lokal und selbst gehostet kostenlos bis 10 Plätze pro Workspace, darüber der Team-Tarif für 10 $ pro Platz/Monat bei jährlicher Zahlung (12 $ monatlich). Whiteboards, Datenbanken und der Editor sind Teil des Produkts, keine Add-ons. Für Deployments ab 100 Plätzen, regulierte Umgebungen oder OEM-Lizenzen gibt es individuelle Enterprise-Verträge — vereinbart im Gespräch, nicht auf einer Preisseite.


Einen Ein-Klick-Confluence-Importer gibt es in AFFiNE heute nicht — und jedem Werkzeug, das eine verlustfreie Wiki-Migration verspricht, sollte man misstrauen.
Der realistische Weg: Confluence-Bereiche exportieren (HTML oder XML), mit einem der verbreiteten Konverter nach Markdown wandeln und das Markdown in AFFiNE importieren. Struktur und Text kommen gut an; Makros und App-spezifische Inhalte brauchen Durchsicht.
Was funktioniert, ist ein Pilot, kein Big Bang: ein Team auswählen, dessen meistgenutzten Bereich migrieren, zwei Wochen im Alltag betreiben und Suche, Berechtigungen und tägliches Editieren an echter Arbeit validieren. AFFiNEs Enterprise-Team begleitet solche Migrationen — einschließlich der ehrlichen Einschätzung, was übernommen wird und was nicht.



